Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie

Die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie, abgekürzt meist als TP, seltener als TfP bezeichnet, beruht auf den theoretischen Grundlagen der von Sigmund Freud begründeten Psychoanalyse und ihrer Weiterentwicklungen. Im Gegensatz zum therapeutischen Vorgehen in der klassischen Psychoanalyse wird in einer TP stärker auf ein einzelnes innerpsychisches Konfliktgeschehen fokussiert, statt der höheren Sitzungsfrequenz von drei bis fünf Sitzungen pro Woche findet eine TP in der Regel mit einer Therapiesitzung pro Woche statt, die Behandlung erfolgt im Sitzen, nicht im Liegen, in der Regel erstreckt sich eine TP auch nicht über einen so langen Zeitraum wie eine Psychoanalyse. Im Grunde versucht man, mit der TP in begrenzter Zeit eingegrenzte Ziele zu erreichen. Der Wortbestandteil „Tiefe“ in dem Ausdruck Tiefenpsychologie verweist sowohl auf das Unbewusste (unbewusste oder unverstandene Wünsche, Motive und Konflikte) als schwer zugänglicher Anteil der Psyche als auch auf die „Tiefe der Zeit“, also die fortdauernden Einflüsse aus Kindheit und Jugend. Die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie wurde in Deutschland Ende der 1960er-Jahre in Zusammenarbeit mit den gesetzlichen Krankenkassen entwickelt und gehört neben der Verhaltenstherapie zu den am häufigsten durchgeführten krankenkassenfinanzierten Psychotherapiearten.

Zur Startseite: Michael-Balint-Institut

 

Arbeitskreis für Gruppenpsychotherapie AKG im MBI