Michael Balint

Michael Balint (3.12.1896 – 31.12.1970) war zunächst Arzt. Sein psychoanalytisches Denken und Wirken entfaltete er seit Ende der dreißiger Jahre in England, später zusammen mit seiner Frau Enid Balint. Dorthin war er nach der Vertreibung durch ein faschistisches Regime aus Ungarn emigriert.

Er ist ein Repräsentant der Objektbeziehungstheorie. Er führte das Werk von Sandor Ferenczi weiter und stand dem Denken Donald Winnicotts besonders nahe. Einen guten Einblick verschaffen die 1966 erschienenen Aufsatzsammlungen „Die Urformen der Liebe und die Technik der Psychoanalyse” und die 1970 erschienenen „Therapeutischen Aspekte der Regression. Die Theorie der Grundstörung”.

Ein Hauptwerk, das seinen Ruhm über die Grenzen der Psychoanalyse hinaus begründete, ist „Der Arzt, sein Patient und die Krankheit”. Es begründet die später nach ihm benannten „Balintgruppe” für praktizierende Ärzte, den Brückenschlag zwischen Psychoanalyse und Medizin.

Michael Balint war nicht nur ein bedeutender Lehrer der Psychoanalyse, sondern er hat auch wesentlich dazu beigetragen, die Psychoanalyse in Deutschland nach dem 2. Weltkrieg wieder lebendig werden zu lassen, so auch in Hamburg. Nach seinem Tod übergab Enid Balint die deutschsprachige Bibliothek ihres Mannes dem Institut als Geschenk, die den Grundstock der inzwischen umfangreichen Institutsbibliothek bildet.

 

Arbeitskreis für Gruppenpsychotherapie AKG im MBI